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Schlüssel nachmachen

Praxis

Kurz erklärt: Das Anfertigen eines passenden Zweitschlüssels für ein vorhandenes Schloss, meist durch Nachschneiden oder werkseitige Nachbestellung mit Legitimation.

Im Alltag meint der Begriff das Herstellen eines weiteren Schlüssels auf Basis eines vorhandenen Musters oder einer Schließungsnummer. Bei einfachen Wohnungs- und Briefkastenschlüsseln geht das oft im Fachbetrieb schnell und unkompliziert. Bei Sicherheitsschlüsseln kommen dagegen zusätzliche Prüfschritte dazu, weil nicht jeder beliebige Rohling frei kopiert werden darf.

Praktisch gibt es zwei Wege: Entweder wird ein vorhandener Schlüssel nachgefräst, oder ein Ersatzschlüssel wird über Hersteller oder autorisierten Fachbetrieb bestellt. Bei vielen Profilzylindern gehört dazu eine Sicherungskarte, die als Nachweis dient, dass der Besteller dazu berechtigt ist. Ohne diese Legitimation wird ein kopiergeschützter Schlüssel in der Regel nicht herausgegeben.

Im Alltag begegnet das Thema beim Nachzug in eine Wohnung, bei verlorenen Schlüsseln, für Familienmitglieder, Vermieter, Hausmeister oder Büros mit mehreren Nutzern. Gerade bei Wendeschlüsseln und Sicherheitsschlüsseln merken viele erst beim ersten Ersatzbedarf, dass nicht jeder Schlüsseldienst dieselbe Kopiermöglichkeit hat. Die Unterschiede zwischen einfachem Schlüssel, Kopierschutz und Schließanlage sind hier entscheidend.

Einfache Schlüssel und Nachschneiden

Einfachere Schlüssel lassen sich meist direkt anhand des Originals kopieren. Das betrifft oft ältere Zimmerschlüssel, einfache Profilzylinderschlüssel ohne besonderen Kopierschutz oder Nebenschlüssel für wenig schutzbedürftige Bereiche. Der Fachbetrieb gleicht dabei Profil und Fräsung ab und erstellt einen passenden Rohling. Die Qualität hängt stark davon ab, wie sauber der Originalschlüssel noch ist; ein verbogener oder stark abgenutzter Schlüssel liefert oft einen schlechten Abdruck für die Kopie.

Sicherheitsschlüssel, Sicherungskarte und Legitimation

Bei kopiergeschützten Schlüsseln reicht das Vorlegen eines Schlüssels allein nicht aus. Hier verlangt der Hersteller oder ein autorisierter Betrieb in der Regel die Sicherungskarte oder eine vergleichbare Berechtigung, manchmal zusätzlich einen Ausweis oder einen schriftlichen Auftrag. Das dient nicht der Schikane, sondern soll verhindern, dass Unbefugte einfach Nachschlüssel anfertigen lassen. Genau deshalb entstehen solche Schlüssel oft nur über den autorisierten Fachhandel oder direkt über den Hersteller.

In der Praxis ist das besonders bei Profilzylindern nach DIN 18252, bei Schließanlagen oder bei Systemen mit Wendeschlüssel üblich. Wendeschlüssel sind beidseitig gleich nutzbar, was im Alltag komfortabel ist, aber die Kontur und der Kopierschutz sind oft deutlich komplexer als bei einfachen Flachschlüsseln. Wer die Sicherungskarte verloren hat, braucht meist einen aufwendigeren Nachweisweg; ohne Legitimation bleibt die Nachfertigung in vielen Fällen gesperrt.

Typische Kosten und realistische Wartezeiten

Bei einfachen Schlüsseln liegen die Richtwerte für eine Kopie im Fachbetrieb grob oft im Bereich von etwa 5 bis 15 Euro pro Schlüssel, je nach Rohling und Aufwand. Kopiergeschützte Schlüssel kosten deutlich mehr; als Richtwert sind etwa 20 bis 60 Euro möglich, bei Spezialsystemen auch darüber. Eine werkseitige Nachbestellung kann zusätzlich Versand- und Bearbeitungszeiten verursachen, während einfache Kopien meist direkt erledigt werden.

Häufige Fehler in der Praxis

Ein häufiger Irrtum ist der Gedanke, jeder Schlüsseldienst könne jeden Schlüssel einfach nachmachen. Das stimmt bei einfachen Mustern häufig, bei Sicherheitsschlüsseln und Schließanlagen aber nicht. Ebenfalls problematisch ist das Nachmachen eines stark abgenutzten oder beschädigten Schlüssels, weil die Kopie dann zwar passt, aber das Schloss unnötig verschleißt oder klemmt. In solchen Fällen ist oft erst ein sauberer Referenzschlüssel oder eine Prüfung des Zylinders sinnvoll.

Häufige Fragen zu Schlüssel nachmachen

Braucht man für jeden Schlüssel eine Sicherungskarte?

Nein, nur bei Systemen mit Kopierschutz oder bei bestimmten Schließanlagen. Einfache Standardschlüssel können oft ohne Karte nachgemacht werden. Bei Sicherheitsschlüsseln ist die Sicherungskarte aber der übliche Nachweis für die Berechtigung.

Kann jeder Schlüsseldienst einen Schlüssel nachmachen?

Einfache Schlüssel meist ja, kopiergeschützte Schlüssel nicht immer. Dafür braucht es oft autorisierte Betriebe oder die Bestellung über den Hersteller. Bei Schließanlagen ist der Weg in der Regel ohnehin vorgegeben.

Warum ist ein Wendeschlüssel schwieriger zu kopieren?

Nicht wegen des Griffs selbst, sondern wegen der oft komplexeren Fräsungen und Schutzmerkmale. Viele Wendeschlüssel gehören zu Systemen mit höherem Sicherheitsniveau. Dadurch ist die Nachfertigung nicht einfach ein Standardvorgang am Automaten.

Wie teuer ist ein nachgemachter Schlüssel ungefähr?

Als Richtwert kosten einfache Kopien häufig etwa 5 bis 15 Euro. Sicherheitsschlüssel liegen oft bei 20 bis 60 Euro oder mehr, je nach System und Nachweisweg. Bei Schließanlagen können zusätzliche Verwaltungs- oder Bestellkosten dazukommen.

Was tun, wenn die Sicherungskarte fehlt?

Dann muss die Berechtigung meist auf anderem Weg nachgewiesen werden, etwa über Eigentumsunterlagen, Ausweis oder den beauftragenden Vermieter beziehungsweise die Hausverwaltung. Ob das reicht, hängt vom System und vom Hersteller ab. Ohne ausreichende Legitimation wird ein Ersatzschlüssel oft nicht herausgegeben.

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